Veganismus und Krieg - Das "Carneprive Bellin"

Geschrieben von PerSe 11 Kommentare
Wissenschaft ist so ein Ding. Zweifellos ist sie wichtig, zweifellos ist sie wohlstandsfördernd. Zweifellos kann Wissenschaft aber auch missbraucht werden. Am gefährlichsten wird das dann, wenn, wie derzeit allgegenwärtig, Wissenschaft als "Allwissenschaft" oder "Besserwissenschaft" verstanden wird. Wissenschaft, die keinen Widerspruch mehr duldet und das Leben unzähliger Menschen aus dem Elfenbeinturm beeinflusst, hat sich von Forschung, Entwicklung und Erkenntnisgewinn entfernt, hat sich in Antiwissenschaft verwandelt.

Wie leicht sich Dinge mit dem Anspruch wissenschaftlicher Belastbarkeit erklären lassen, lässt sich aus meinem nachfolgenden Beispiel gleich in mehrfacher Hinsicht ableiten. Und dabei habe ich doch einfach nur die unerwartete Verknüpfung zwischen zwei Komplexen, die die Menschen im beginnenden 21. Jahrhundert beschäftigen, ohne jeden Beleg und ohne jeden Anspruch hergestellt ... Schuld an allem: Das "Carneprive Bellin"

Veganismus und Krieg – die Wirkung des „Carnepriven Bellins“

Nach einer sehr kurzen Epoche des Bemühtseins um Frieden, Wohlstand und symbiotisches Verständnis sehen wir in den letzten wenigen Jahren eine fulminante Zunahme an Aggression, Kriegsbereitschaft, Muskelprahlerei. Vor allem auch Frauen sind an dieser Verrohung (zumindest verbalaggressiv) in nicht erwartetem Ausmaß beteiligt. Warum? Was sind die Gründe für diesen gesamtgesellschaftlichen Schwenk in Richtung Klippe?

Ich habe eine Erklärung. Es hängt mit den Nahrungsgewohnheiten zusammen. Die Verbreitung dogmatisch vegetarischer, veganer, tierfreier Ernährungskonzepte wirkt deutlicher als im Energie-Stoffwechsel in unserem endokrinen System. Die Bildung und Wirkung von Hormonen in einem unendlich komplexen System wird direkt auch von der Art zugeführter Nahrung beeinflusst. Viele Regelkreise sind bekannt, viele aber eben auch nicht.

Hier sei eine hypothetische Substanz beschrieben, die Gewaltbereitschaft (eigentlich den Jagdtrieb) fördert, wenn der Anteil tierischer Bestandteile, vor allem auch rohen Fleisches, auf dem Speiseplan zu gering wird, oder vollständig ausfällt.

Das "Carneprive Bellin" (CB - im Zustand des Fleischentzugs ausgeschütteter Kriegsenthemmer). Hierbei handelt es sich um eine endokrine Substanz (ein Hormon), die womöglich in bestimmten Bereichen des Gehirns gebildet wird. Es könnte sich dabei um eine Kampfbereitschaft stimulierende (Bildung bei niedrigem "Fleischspiegel"), oder auch eine Kampfbereitschaft unterdrückende (Bildung bei hohem "Fleischspiegel"), oder um ein Hormon als Bestandteil eines komplizierteren Regelkreises handeln. Letzteres ist sogar wahrscheinlich, da es bisher noch nicht gelungen ist, einen Mechanismus zu erkennen.

Die ursprüngliche Idee, idealisiert ausgeprägt beim frühen Homo, ist diese: Homo greift auf pflanzliche und tierische Nahrung zurück. Tierische Nahrung (vor allem vom toten Tier) ist nach Erlernen diverser Techniken leicht zu gewinnen, gut sättigend und hervorragend verwertbar. In sehr vielen Beziehungen der pflanzlichen Nahrung weit überlegen, aber doch ein allerdings wichtiger, in vielerlei Hinsicht unersetzlicher *Bestandteil* des Speiseplans. Die besondere Art des Homo-Stoffwechsels und einer Vielzahl physiologischer Zusammenhänge machen Fleisch unverzichtbar. Verzicht würde Mangelerscheinungen hervorrufen (bekanntestes Beispiel: Vitamin B12).

Die weiteren Ausführungen gehen beispielhaft von einer stimulierenden CB-Variante aus.

Um das System Homo zur Beschaffung tierischer Nahrung zu bewegen, hat die Natur das CB entwickelt. Ist der Anteil tierischer Bestandteile in der Nahrung ausreichend (die eigentlichen Trigger wären noch nachzuweisen), ist der CB-Spiegel niedrig. Die Jagdbereitschaft und das damit verbundene Aggressionslevel ist vergleichsweise gering. Ein allgemeines Sättigungsgefühl und Sättigungsverhalten tritt ein ("Voller Bauch jagt nicht gern"). Hierbei ist die allgemeine Sättigung (Fülle) von der Fleischsättigung zu unterscheiden.

Fällt Nahrung komplett weg, tritt Hunger auf, wird die Sinneswahrnehmung für Nahrung im Allgemeinen geschärft, ein Bedürfnis zur Nahrungsaufnahme und die Bereitschaft zur Nahrungsbeschaffung wächst. Wird dieses Bedürfnis rein pflanzlich (oder in modernen Zeiten mit sinnestäuschenden Fleischersatzprodukten) gedeckt, wird der Hunger zwar scheinbar gestillt, es bleibt aber das Gefühl eines "Lochs", unvollständiger Sättigung, die rein mit Willenskraft nicht vollständig überwunden werden kann. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun selektiv auf Fleisch und Fleischprodukte. Ein deutliches Anzeichen für die Wirkung des CB.

Bleibt der CB-Spiegel dauerhaft hoch, bei Veganismus extrem, wie im Zustand äußersten Hungers, wird das komplette System Homo vollständig auf Fleischbeschaffung umgestellt. Aspekte sind:

  1. - Schärfung der Wahrnehmung für Fleisch
  2. - Entstehung eines unbestimmten, selektiven Hungers
  3. - Ablegen hemmender Verhalten (Mitgefühl, Entsagungsbereitschaft, Abneigung gegen Blut und Fleisch, Hemmung der Tötungsbereitschaft, Trägheit, etc.)
  4. - Ausprägung stimulierender Eigenschaften und Haltungen (selektive Sinnesschärfung, Schwinden der Entsagungsbereitschaft, Rüstungsbereitschaft, Kreativität in Waffenfertigung und Auswahl, Taktische Jagdplanung, Aggressivität und Streitlust, Enthemmung gegenüber Gewalt, Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit, Ablegen jedes Mitgefühls, Tötungswille und Tötungsbereitschaft) 

Letztlich prägt sich ein Blutrausch aus, der im Extrem zur überschießenden Handlung, zur Übertötung führen kann.

Da nun die Jagd grundsätzlich ein auf Konkurrenz basierendes Konzept zur Nahrungsbeschaffung ist, jederzeit Freß-Konkurrenz auftreten kann, die potenzielle und tatsächliche Beute streitig machen will, bewirkt das CB (Sekundärwirkung), dass sich die Aggression, Gewaltbereitschaft, nicht nur gegen das Jagdziel (das Opfer), sondern auch, nicht minder brutal, gegen die Nahrungskonkurrenz richtet.

Im vegan lebenden Organismus, also bei willentlicher Enthaltsamkeit gegenüber tierischer Nahrung in jeder Form (beim Vegetarismus *etwas* abgemildert) wird die Aggression gegen das eigentliche Jagdopfer mit Willenskraft unterdrückt. Ein Fleischverzicht wird - mehr oder weniger erfolgreich - erzwungen. Diese Willensanstrengung richtet sich allerdings nicht gegen den sekundären CB-Effekt, das Wegbeißen und Bekämpfen des Fresskonkurrenten. Dieser ist im Wesentlichen der mit gleicher Kompetenz ausgestattete, also formal gleichgestellte Jagd-Gegenspieler ... Der Mensch. Besonders der nicht im engeren sozialen Umfeld, außerhalb der Gruppe existierende Mensch.

Im Zustand der Untersättigung bei veganer oder vegetarischer Lebensweise tritt also eine für das Individuum nicht näher bestimmbare, vorzugsweise durch äußere Faktoren ausgelöst *vermutete*, von den Nahrungsbelangen entkoppelt erlebte Aggression auf. Diese Aggression zeigt sich in geringerem Maße in sozialer Konkurrenz, ist aber nach Überwindung niedriger, durch Sozialisation erzeugter, schwacher Hürden eindeutig auf Gewaltbereitschaft und kriegerische Enthemmung ausgerichtet.

Veganismus fördert Aggression, Kampf- und Kriegsbereitschaft. Dieser Mechanismus kann bis zu einem bestimmten Maß unterdrückt werden, fliegt aber sofort in Fetzen, wenn das soziale Umfeld Einverständnis, Gefolgschaft oder Führungsbereitschaft signalisiert.

Krieg und Veganismus sind also eine in einem Ursache-Wirkunskomplex mit anderen Zuständen und Haltungen verschränkte Kopplung aus der frühesten Entwicklungsgeschichte des Menschen, wohl der carnivoren (fleischfressenden) Fauna überhaupt.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet löst sich die Behauptung, Veganismus, Tier- und Friedensliebe wären Verhaltensvektoren, die in eine gemeinsame Richtung zeigen, in jeder Logik entbehrende Luft auf.

Warum nun nicht nur Veganer und Vegetarier in den Krieg ziehen, wird neben der Tatsache, dass Veganismus und Vegetarismus außerordentliche Willensstärke erfordern, durch soziologische Masseneffekte erklärbar, die unter der Voraussetzung eines starken Auslösers/Treibers zur Solidarisierung innerhalb von Gemeinschaften führen. Die starken vegetarischen Führer reißen die trägen Fleischfresser in nach außen gerichteten Angriffen mit, um die Gefahr der Gemeinschaftsstörung und des Brudermordes, die aus ihrem Antrieb zu brutaler Gewalt resultieren, zu umgehen.

Abschließend zu erwähnen ist, dass der beschriebene Mechanismus nicht die einzige Kaskade beschreibt, die zu kämpferischer Aggression, zu Krieg führt. Das Carneprive Bellin ist aber eine gute Erklärung für diesen erstaunlichen Schwenk, den unsere friedens- und freiheitsliebenden modernen Gesellschaften in Richtung auf Rüstung, Provokation, Kriegsunterstützung und Kriegführung gemacht haben. Zumal die schweren Eingriffe in die Ernährungsgewohnheiten, wie sie in neuerer Zeit flächendeckend Anwendung finden, sich in verdächtiger Koinzidenz befinden.

11 Kommentare

#1  - cris sagte :

Neee, das glaube ich nicht. Was ist denn mit traditionnell stark vegetarischen Ländern, wie Tibet , Indien?
Also ich hab da keine wissenschaftlich fundierte Wertung, aber ich bin der Überzeugung das viele Ernährungsweisen für Menschen Möglich sind. Auch reine Fleischdiät oder rein Fleischlos.
Vergleich Inuit-Eskimos und Indien oder Buddisten. Grüsse dich Per Se

Hab mal über deinen Namen nachgedacht , vom spanischen ausgehend sollte das heissen; Zu wissen. Oder ähnlich? Grüsse und Salud^^ Cris

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#2  - PerSe sagte :

"An und für sich", "Für sich betrachtet", "Grundsätzlich", sowas ... dafür steht PerSe.
Tja, das Carneprive Bellin ist eine Spekulation. Hypothese.
Aber, sag mal cris, was denkst Du, wovon Tibeter leben? Inder leben rein vegan oder sind grundsätzlich friedfertig? Das halt ich für ein Gerücht. Guck mal, wie die mit ihren Weibchen umgehn.
Die Argumentation gegen die CB-Hypothese, also die Antithese, müsste weitere Sachverhalte umfassender berücksichtigen. Experimente wären erforderlich. Eins kann ich aber sagen: Der Stoffwechsel lässt sich nicht mit Willensbekundungen beeinflussen. Veganismus ist eine Entscheidung des Kopfes, nicht "des Bauches". Du kannst dir vorstellen, wer langfristig die Oberhand behält. Anderes schönes Beispiel: die Libido. Zölibat ist möglich, keine Frage, aber die reine Form wird doch sehr selten erreicht (alles andere würde das Aussterben der Menschheit provozieren - wäre vielleicht auch keine Katastrophe).
Übrigens lässt sich der Zusammenhang zwischen Enthaltsamkeit und Transzendenz-Fähigkeit über die Bedürfnispyramide von A. H. Maslow ganz gut erklären. Essenz: die Gandhis sind sehr (!) selten. Enthaltsamkeit erfordert eine äußerst starke Verankerung im höheren Wert. Mit "ich will" ist garnichts erreicht.

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#3  - cris sagte :

*grins* Klar doch, gute Argumente (das es sowas noch gibt)
Gegenargument: es gibt fast Vegan lebende Tierarten, sind die agressiv?
Affen leben nicht vegan, vieleicht meistens, aber mehr nicht.
Esel und Kühe auch nicht... aber es gibt Tiere die stark vegan leben. Also ist es möglich....
Mensch?! und Schwein essen Mischkost von Natur aus --> Allesfresser!
aLLES ANDERE IST *mist* und unnatürlich. Vieleicht kommt die agressivität nicht vom Veganen sondern von der nicht Artgerechten Haltung? Ich hab keine Zeit später mehr...

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#4  - cris sagte :

da bin ich wieder ^^
Aber viel mehr muss ich nach nochmaligem lesen gar nicht sagen;
Menschen leiden unter dermassen schlechten Haltungsbedingungen das Agressivität, abnehmende Geburtenzahlen, schleichende unbewusste Selbstmorde und auch aktiver Selbstmord, Deppression, Menschenverachtung und so weiter zunehmen.
Wenn die Tierschützer mal die Haltungsformen von Menschen überprüfen würden gäbs Ärger^^

Und Vegan zu Leben ist da nur ein Teil, eine Abwehr Strategie für die genannten Probleme.
Ebenso wie Esoterik, Verschwörungstheorie, Religion, Kampf gegen Rechts, ect.
Die Menschen basteln sich aus allem was sie kriegen können Hilfen um nicht unter zu gehen.

(pss; das gilt natürlich nicht für alle sondern nur für viele)

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#5  - PerSe sagte :

Artübergreifend darf man hier nicht argumentieren. Die Stoffwechsel haben sich über Jahrmillionen unterschiedlich entwickelt. Maximal darf man noch Menschenaffen bezüglich der Bellin-Hypothese betrachten und da gibt es keine Veganer.
Zu den "Haltungsbedingungen" kann man dir nur zustimmen. Artgerecht sind die nicht. Da müsste man sich schon komplett loslösen. Die Weiten Kamtschatkas, oder so. Überhaupt hat jedes Verhalten - wie der Krieg - natürlich viele Ursachen. Tolstoi beschreibt das in "Krieg und Frieden" unübertrefflich. Aber zumindest auf der Ebene der Entscheider spielt die Ernährung (Fleisch oder nicht Fleisch ...) eine große Rolle. Das menschliche Schlachtvieh sind freilich überwiegend gezwungenermaßen Mitläufer.
Übrigens die Komplexität der Regelkreise, im Homo gibt es dafür sehr viele Beispiele, beweist auch, daß es keinen "Ersatz" (Soja, Kunstfleisch) gibt, der über die basalen Nahrungsfunktionen (Energie-, Baustoffwechsel) hinaus ein wirklicher Ersatz wäre. Wir können vegan also (zwar blutarme Nervenbündel) groß und stark werden, sind aber wilde Haudraufs. Und um das abzumildern, tarnen wir uns - mehr oder weniger erfolgreich - auch vor uns selbst mit Esoterik und heimlichem Burger-Fraß. Die Schwaben haben zum Zweck des Gottesbetrugs in der Fastenzeit die Maultaschen erfunden.
Also aufrichtig: Je mehr ich mir die grünen Kannibalen angucke, desto überzeugter bin ich von meiner Hypothese.

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#6  - Cris sagte :

Du spinnst! Meinst du das ernst?

Kunstfleisch ist eine lächerlichkeit da hast du völlig recht, so wie künstliches Obst...
Und mit dem Artübergreifenden wohl auch. Da bin ich auf sehr sehr dünnem Eis. ^^
Und Veganismus ist ein alberner Religionsersatz oder so.

Das Vegan (oder vegetarismus/hitler)aber wilde Hau draufs erzeugt ist einfach eine abstruse Idee.
Viel wahrscheinlicher ist es doch das beides eine überschiessende Reaktion auf die völlig bekloppten Zustände und HaltungsBedingungen ist. Es ist NICHT natürlich für Allesfresser sowas zu machen.
Aber es ist natürlich für in die Enge Getriebene, extreme Positionen ein zu nehmen.

Und natürlich sind da viele Leute dabei, die sich über die Umwelt ängstigen, das Tierwohl, die Lebensumstände! Denn die sind die Ursache und nicht der Veganismus.

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#7  - PerSe sagte :

Die Verkopfung der Sachverhalte, denken, Haltung zeigen, sind ein beliebter, aber irreführender Ansatz. Man könnte jetzt sagen: Aber das Gefühl ...
Gefühle sind durch den zivilisierten Menschen verdrängt und durch modifiziertes Denken ersetzt.
Worum es hier geht, sind Regulationsmechanismen, die uns nicht nur in ihrem Wirken, sondern bereits in ihrem Vorhandensein unbekannt, unerfasslich sind. Trotzdem steuern sie 98% unseres Ich, unseres Lebens, unserer Interaktion mit der Außenwelt (sogar mit uns selbt).
Warum hast du Lust auf Süßes, warum ist Mathilde attraktiver als Josefine, woher kommt deine ganz persönliche Angst, warum lieben Eltern ihre Kinder selbst wenn sie dumm und nervig sind, was ist 'Liebe' überhaupt? Ach, tausende Fragen, die wir nur schwer oder garnicht beantworten können.
Alle diese uns zufällig und unerklärlich scheinenden Alltagsreaktionen haben aber Ursachen, sind in unserer Entwicklungsgeschichte begründet. Sie dienen ganz überwiegend der Bedienung unserer Basisfunktionen: Stoffwechsel und Fortpflanzung. Intellekt ist eine Fehlentwicklung. Dieser unnötige Ast sorgt gerade selbst dafür, dass er abstirbt. Er würde sonst die Schöpfung gefährden.
Nahrungsauswahl, -beschaffung und -aufnahme sind Teil des übermächtigen Prinzips Stoffwechsel. Ohne das gibt es KEIN Leben. Und hier sind wir auf Effizienz bedacht. Was wäre kraftvoller als die Gewinnung genau der Baustoffe, aus denen wir gemacht sind, aus nurneiner Quelle (all-in-one)? Nahezu vollständige Verwertung, höchste Bedarfsübereinstimmung, also kurze Wege, leichte Gewinnung, unvergleichlicher Nutzungsgrad. Unsere Evolution ist direkte Folge unserer Ernährungsgewohnheiten.
Diese existenziellen Funktionen kann die Natur aber nicht den Geistesgaben einer Art überlassen. Sie hat dafür den Instinkt, unser Programm erfunden. Und das sagt nicht nur "Fleisch!", es gibt uns auch lenkende Grundlagen an die Hand: Bedürfnis, Jagdstrategie, Jagdmittel, Mangel an Mitgefühl, Aggression, Brutalität. All das ist in der ursprünglichen Form kein Geistesprodukt, sondern Resultat unserer biochemischen Codierung.
Unser durch tierisches Fett und Eiweiß in die Expansion getriebenes Gehirn hat, mit dem Drang nach mehr Effizienz die Vergesellschaftung von Jagd und Verzehr erfunden. Damit haben wir aber einen Graben ausgehoben, der Verzehr von Jagd trennt. Der moderne Mensch sieht nur noch fertig aufbereitete Rohprodukte, oder gar fertig zubereitete Speisen. Die Beschaffung erübrigt sich bei trotzdem guter Versorgung. Der Jagdtrieb schlummert.
Wenn nun aber ein wesentlicher Nahrungsbestandteil, den wir und unsere Vorfahren auf dem gleichen Hauptast über Jahrmillionen schätzen gelernt haben, wegfällt, dann wacht dieser Jagdtrieb wieder auf. Fatal ist, wenn uns eine Überzeugung dazu zwingt, diesen Trieb zu unterdrücken. Dann sublimiert er, wird zweckentfremdet und richtet sich gegen alternative Ziele. Da unser Jagdrrieb auch die Beuteverteidigung einschließt, und von Fresskonkurrenten sind wir umgeben, richtet sich unsere Aggression gegen ebendiese, also gegen unsere menschliche Unwelt (der Schreibfehler war mir zu schade, um ihn zu korrigieren - 'Umwelt' soll es heißen). Die Kraft, die Blutgier muss jedenfalls raus und sich eine Schneise schlachten. Nur so kann der Urtrieb einigermaßen befriedigt werden. Und so entsteht letztlich Aggression, Hass, Blutgier und Kriegslust als Produkt einer durch Veganismus erzwungenen Sublimation.
Da solche Regalkreise in der Biologie in der Regel "humoral", also säftegesteuert angelegt sind, kann auf diese hypothetische Substanz "Carneprives Bellin" rückgeschlossen werden. Aus dem Verständnis dieses Vorgangs heraus könnte ich sogar innerhalb von drei Stunden vier mögliche Regelkreise entwerfen und in bereits bekannte Sachverhalte plausibel einfügen.

Was ist logischer als das?

Entschuldigt gegebenenfalls unnötige Wiederholungen.

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#8  - cris sagte :

Oh mann, na sicher doch...
jaa mmmhh da weiss ich erstmal nix zu zu sagen. UFF!
da muss ich eindeutig länger dran nagen....
Du schreibst schnell und gut, ehrlich! Grüsse ^^

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#9  - PerSe sagte :

Erleube mir nich einen bedenkenswerten Nachtrag, lieber Cris: Man muss - auch bei üblen Konstellationen - immer die positiven Seiten, den Nutzen, mitdenken.
Überlege: wenn man ein "Carneprives Bellin" und seinen Regelkreis isolieren könnte, würde man auch Wege finden, es pharmazeutisch zu unterdrücken. Das heißt, es gäbe eine Pille gegen die Kriegslust!

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#10  - Cris sagte :

Na, mit dieser Pille bist du in Welten die ich mir nicht vorstellen mag.
Drogen akzeptiere ich nur um alte Strukturen aufzubrechen, alte Muster zu ändern. Aber nicht für dauernde Nutzung.

Aber in deinem langen Txt davor hast du mehrere Themen die ich gern ansprechen würde. Das gibt nen KomentarTanz ^^

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#11  - cris sagte :

Ich komme nicht dazu..... aber wir haben ja Zeit

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